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Aktueller Leitzins der FED

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Der Leitzins der USA?

Der Leitzins ist eines der wichtigsten Instrumente der Finanzwirtschaft und von besonderer Bedeutung ist der Leitzins der USA, der viele Jahre Richtwert für die Finanzpolitik anderer Zentralbanken war. Die USA hat nicht nur einen sehr bedeutenden, sondern auch einen der ältesten Leitzinsen im Vergleich etwa zu England oder Deutschland bzw. der EU, wobei Letztere ebenfalls immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Um den Leitzins der USA ranken sich zahlreiche Verschwörungsmythen, soll er doch seinen Ursprung in einem geheimen Treffen führender amerikanischer Bankiers haben. Zudem benutzt kaum ein Land mehr als die USA, den Leitzins als politisches Machtinstrument, weshalb das Federal Reserve System (FED) - das Zentralbankensystem der USA - immer wieder mit heftiger Kritik innerhalb und außerhalb des Landes konfrontiert ist.

Welche Aufgaben hat der Leitzins der FED?

Der Leitzins der USA bestimmt, zu welchem Preis sich Banken von den Zentralbanken Geld leihen bzw. anlegen können. In weitere Folge beeinflusst der Leitzins auch den Handel der Finanzinstitute untereinander und schlussendlich auch die Geldgeschäfte, mit deren Kunden, die Unternehmen, öffentliche Einrichtungen oder Privatkunden sind. Der Leitzins, der von der FED gelenkt wird - wirkt sich dadurch auf die gesamte Volkswirtschaft der USA aus.

Dies bedeutet für die Endverbraucher konkret, wenn der Leitzins steigt, werden die Kosten für Kredite deutlich höher, was gleichzeitig dazu führt, dass weniger Investitionen gemacht werden und damit die Volkswirtschaft gebremst wird. In wirtschaftlich stagnierenden Zeiten wird meist der Leitzins der USA gesenkt, was dazu führt, dass Bankprodukte wie Kredite günstiger werden, aber auch Anlegern in Bankprodukte höhere Erträge winken.

Im Gesamten kann ein niedriger Leitzins eine stagnierende Wirtschaftslage in den USA wieder ankurbeln, da mehr Investitionen getätigt werden. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, die richtige Höhe zum richtigen Zeitpunkt für den Leitzins zu bestimmen, denn wird in wirtschaftlichen Zeiten der Zinssatz zu spät gesenkt, dauert es deutlich länger, bis sich die Wirtschaft erhöht, allerdings darf der Leitzins auch nicht dauerhaft niedrig bleiben, da es anderenfalls im schlimmsten Fall zu einer Deflation kommen könnte.

Wer entscheidet in den USA über den Leitzins?

Dass eine Einführung eines Leitzinses in den USA notwendig wurde, zeigte sich erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach einem gescheiterten Übernahmeverfahren eines Konzerns sanken die Kurse der New Yorker Börse auf ein Rekordtief, da zahlreiche Banken versuchten die Konzernaktien aufzukaufen, was dazu führte, das sie zahlreiche Darlehen vergaben, die jedoch nicht getilgt werden konnten.

In Panik, dass die Sparer ihr Geld verlieren würden, kam es zu einem wahren Sturm auf die Banken und mehr Geld wurde behoben als eingezahlt und zahlreiche Banken mussten schließen. Eine Zentralbank gab es zu dieser Zeit in den USA noch nicht und weshalb die in Bedrängnis gekommenen Banken auch nicht mit neuen Geldmitteln unterstützt werden konnten.

Es dauerte fast zehn Jahre und mehrere Untersuchungen einer eigenen Kommission im Kongress, bis im Jahre 1913 der Federal Reserve Act vom damaligen Präsidenten Woodrow Wilson unterzeichnet wurde und, der eine zentrale Bankinstanz vorsieht. Das Dokument aus dem Jahre 1913 hat bis heute Gültigkeit und dadurch besteht oberste Bankenwesen der USA aus zwölf regionalen Banken, den Federal Reserve Banken, die zwingend an das Federal Reserve System gebunden sind und einem Gremium von sieben Mitgliedern, die unter anderem den Leitzins bestimmen.

Ist eine Bindung an das Federal Reserve System nur für die zwölf Distrikt-Notenbanken zwingen, können sich andere etwa private Banken freiwillig dem FED anschließen. Das Federal Reserve System wird zwar durch staatliche Gesetze gelenkt, jedoch sind die Distrikt Banken als Aktiengesellschaften aufgebaut, wodurch die Aktien in privater Hand sind. Im Vergleich zu anderen Aktiengesellschaften, haben Aktionäre im Fall der Zentralbanken jedoch kein Mitbestimmungsrecht, da nicht nur die Gesetzgeber alleine die Struktur des Systems ändern könnten, sondern auch das Gremium von sieben Personen, welches durch den US-Präsidenten nominiert wird und durch den Senat bestätigt werden muss.

Auswirkungen in den Vereinigten Staaten von Amerika

Die Aufgabe der FED bzw. des Gremiums ist keine Einfache, denn sie müssen ein funktionierendes Zahlungssystem aufrechterhalten. Damit einher geht die Überwachung der Menge an Geld, die gedruckt wird und auch jener, die zerstört wird, weil es neuere oder fälschungssichere Banknoten gibt.

Hinzu kommt auch eine Regulierung des Bankenwesens in den USA und deren Überwachung und natürlich müssen auch geldpolitische Ziele verfolgt und umgesetzt werden. Dazu gehört in erster Linie ein hoher Beschäftigungsgrad, wozu sie beispielsweise günstige Kredite an Banken vergeben, die diese günstigen Konditionen wiederum an ihre Kunden weiter geben, die somit ebenfalls privat oder als Unternehmen die Möglichkeit haben mit günstig geliehenem Geld neue Investitionen zu tätigen. Damit wird die Wirtschaft angekurbelt und der Beschäftigungsgrad steigt wieder an.

Zudem muss die FED darauf achten, dass das Zinsniveau langfristig moderat bleibt und damit verbunden auch das Preisniveau gehalten wird. Neben der Vergabe von Diskontkrediten stehen der FED zur Einhaltung dieser Ziele noch weitere Instrumente in Form der Mindestreserve und Offenmarktgeschäften zur Verfügung.

Kritik am System der Federal Reserve

Die FED war Anfang des 20. Jahrhunderts bereits der dritte Versuch der USA ein zentrales Bankensystem zu schaffen und nur durch erheblichen Druck auf den Senat möglich. Eine der größten Kritikpunkte der FED ist die Tatsache, dass die Zentralbanken teilweise in privater Hand sind und damit für viele Kritiker der Einfluss der Wirtschaft auf die eigentlich staatlich gelenkte Zentralbank zu groß sei.

Vielfach wird generell die Frage in den Raum gestellt, ob es überhaupt sinnvoll ist ein zentrales Bankensystem zu haben oder ob die geldpolitischen Entwicklungen nicht positiver währen, wenn es keine zentrale Instanz gäbe. Die Kritiker gewinnen mit jeder Finanzkrise in den USA mehr an Boden, was bereits mehr als ein Jahrzehnt nach der Gründung der FED ihren Lauf nahm.

Im Jahre 1929 hat die FED die beginnende Rezession begünstigt und führte das Land in die Große Depression mit der die USA bis etwa 1941 zu kämpfen hatte. Im Jahre 2007 folgte nun die weltweite Finanzkrise, für die in großen Teilen die in den USA geplatzte Immobilienblase war.

Änderungen des Leitzins der FED als Tabelle

In dieser Tabelle sehen sie alle Änderungen des Leitzinses seit dem 21.04.2000. Wir versuchen diese Tabelle so aktuell wie möglich zu halten.

Datum ZinssatzHauptrefinanzierungssatz
16.12.2008 0.25
29.10.2008 1.00
08.10.2008 1.50
30.04.2008 2.00
18.03.2008 2.25
30.01.2008 3.00
22.01.2008 3.50
11.12.2007 4.25
31.10.2007 4.50
18.09.2007 4.75
29.06.2006 5.25
10.05.2006 5.00
28.03.2006 4.75
31.01.2006 4.50
13.12.2005 4.25
01.11.2005 4.00
20.09.2005 3.75
09.08.2005 3.50
30.06.2005 3.25
03.05.2005 3.00
22.03.2005 2.75
02.02.2005 2.50
14.12.2004 2.25
10.11.2004 2.00
21.09.2004 1.75
10.08.2004 1.50
30.06.2004 1.25
25.06.2003 1.00
06.11.2002 1.25
11.12.2001 1.75
06.11.2001 2.00
02.10.2001 2.50
17.09.2001 3.00
21.08.2001 3.50
27.06.2001 3.75
15.05.2001 4.00
18.04.2001 4.50
20.03.2001 5.00
31.01.2001 5.50
03.01.2001 6.00
16.05.2000 6.50
21.03.2000 6.00